Monatliche Archive: März 2014


Big Apple in the ROOT

.NYC TLD

Seit gestern ist es offiziell – die Stadt, die niemals schläft wird Ihre eigene Top-Level-Domain erhalten. Am 20. März 2014 wurde die Top-Level-Domain .nyc in die ROOT Zone des Domain-Name-Systems eingetragen. Der Launch der Big-Apple TLD wird voraussichtlich über sechs Phasen gehen. Neben den Standardphasen Sunrise, Landrush und Allgemeine Verfügbarkeit wird es drei weitere Start-UP Programme geben:

-> Ein “.NYC Founders Program” für ambitionierte New Yorker, die noch vor der Sunrisephase hochwertige Domains registrieren und bereit sind, über qualifizierte Inhalte den Namensraum “.nyc” zu bewerbe.

-> Eine “Community-Sunrise“, die Communities mit einem klaren Bezug zur Metropole die Chance bietet, vor der allgemeinen Verfügbarkeit ihre .nyc Domains zu registrieren,

-> Eine “.NYC Domain Names Premium/Reserve Auctions für Premiumbegriffe oder Domains, die von der Registry zum Zweck der Versteigerung zunächst zurückgehalten werden.

Damit sind nun bereits über 180 TLDs im Domain Name System eingetragen. Eine sehr gute Übersicht über die bisherigen Domainregistrierungen bietet GreenSec Solutions aus München. auf ntldstats.com stehen aktuelle Registrierungszahlen zur Verfügung, die nach unterschiedlichen Kriterien sortiert und gefiltert werden können. Eine WHOIS-Abfrage rundet das empfehlenswerte Angebot ab.

Die Einführung der neuen Domains läuft auf Hochtouren und es läuft auch die Zeit für die potentiellen Domain-Registranten, sich im attraktive und erforderliche Adressen zu kümmern.

 

 

 

 

 


Ein Baby lernt laufen – “.koeln” ist in die “ROOT-Zone eingetragen 3

Anfang 2009 machten sich ein paar wagemutige Unternehmer und Enthusiasten (zu denen auch der Autor dieses Artikels gehört) auf den Weg, um für Köln eine eigene Top-Level-Domain “.koeln” zu schaffen. Die damals gegründete dotKöln Top-Level-Domain GmbH konnte bald durch die Greven´s Adressbuchverlag-Köln GmbH & CO. KG strategisch verstärkt werde und hat in unermüdlicher Arbeit das Projekt in der Verwaltung, der Politik und natürlich in der Kölner Wirtschaft vorangetrieben.

Nach einem richtungweisenden Ratsbeschluss folgte ein Ausschreibungsverfahren für zwei TLDs (“.koeln” und “.cologne”, aus dem die Netcologne GmbH als Gewinner hervor ging, und im Jahr 2012 wurde die Bewerbung um die TLDs bei der ICANN eingereicht.

Seit gestern ist es nun endgültige Gewissheit – die TLD “.koeln” wurde in das zentrale ROOT-Verzeichnis der IANA eingetragen und ist damit “im Internet”. Nu müssen nach Angaben der Betreibergesellschaft noch letzte Details, insbesondere für die Launchphasen, geklärt werden, bevor es losgehen kann.

Nach den aktuellen Informationen und den Erfahrungen mit der Geschwindigkeit bei ICANN kann nun davon ausgegangen werden, dass die Sunrisephase für “.koeln” ab Mitte April starten wird.

Zeit für Aktion – es gibt eine Vielzahl von Domainanbietern, die unverbindliche Vorreservierungen anbieten, wie die in Köln ansässige Ming-Domain, und auch die Registrierung von Marken im Trademark-Clearinghouse sollte spätestens jetzt angegangen werden.

 


Schnell gewinnt – Das Rennen um Domains hat begonnen

Ende 2013 ist der Zug ans Rollen gekommen – mehrere hundert neue Domainendungen werden sukzessive in das zentrale Verzeichnis des Domain-Name-Systems eingetragen.

Mit der Delegierung von .koeln und der kyrillischen Variante von .org sind mittlerweile bereits einhundertneunundsechzig der neuen Endungen in dieses Verzeichnis eingetragen.

Sechsunddreissig TLDs haben die für Markeninhaber exklusive Sunrisephase bereits hinter sich gebracht und befinden sich im freien Verkauf.

Nachdem bekannt geworden ist, dass sich z.B. Apple bereits die eine oder andere Domain gesichert hat (obwohl sie sich mit .apple um eine eigene Endung beworben haben), werden die neuen Möglichkeiten auch weiteren Kreisen bekannt. Es dürfte aber vielen Nutzern immer noch nicht klar sein, wie das Rennen um eine Domain abläuft:

Bevor es Domains für alle (bzw. für diejenigen, welche die Registrierungsbedingungen der Betreiberfirmen erfüllen), gibt, sind mindestens zwei Vermarktungsphasen abzuwarten:

Die “Sunrisephase” steht exklusiv nur Inhabern von Markenrechten zur Verfügung. Damit soll in dem frühesten Stadium einer neuen Adressendung möglichem Domaingrabbing vorgebeugt werden. Die Sunrisephasen müssen mindestens 30 Tage dauern und die Teilnahme ist von einer erfolgreichen Registrierung einer Marke im Trademark-Clearinghouse (TMCH) abhängig. Eine Tabelle mit Informationen zu den aktuellen Sunrisephasen ist hier verfügbar. Neben den normalen Registrierungskosten der jeweiligen Domain und den Kosten für die Registrierung im TMCH muss in der Regel auch mit Zusatzkosten beim Domainlieferanten gerechnet werden.

Nach der Sunrisephase folgt der “Landrush”: Der Begriff ist den frühen Tagen des Wilden Westens entlehnt, als große Flächen unbesiedelten Landes für die Siedler freigegeben wurden. Dabei konnten siedlungswillige an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit loslaufen und sich ein begehrtes Stück Land abstecken – wer zuerst kam, dem gehörte das Stück. Bei der Einführung neuer Top-Level-Domains oder der Öffnung bestehender Namensräume, z.B. für Zwei-Zeichen-Domains, wird der Landrush für die Vergabe als besonders hochwertig erachteter Domainbegriffe verwendet.

Häufig ist diese Phase mit hohen Preisen für Premiumdomains verbunden, so dass die Zielgruppen in der Regel beschränkt sind. Bei den Methoden gibt es keine festen Regeln – da gibt es  Auktionen, Ausschreibungen und vieles mehr.

Nach der Landrushphase beginnt grundsätzlich der freie Verkauf oder – im Domain-Jargon – die “General Availability”. Allerdings ist bei einigen der neuen Endungen mit weiteren, limitierten Registrierungsphasen zu rechnen. Bei “.ruhr” läuft z.B. zur Zeit die “Ruhrphase”, die exklusiv für Registrierungswillige geschaffen wurde, die ihren (Wohn-)Sitz im Ruhrgebiet haben. Hier, und grundsätzlich auch in den vorige Phasen, gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Um eine möglichst hohe Chance zu haben, sollten wichtige Domainwünsche bei mehreren Lieferanten platziert werden, denn es wird nur einer der erste sein – und der wird die Domain dann haben.

Es ist aus meiner Sicht unabdingbar, dass sich Unternehmen ernsthaft mit dieser Entwicklung befassen und rechtzeitig die richtigen Schritte ergreifen, um sich Domains unter den neuen Endungen zu sichern. Der erste Schritt sollte dabei eine Analyse des eigenen Markenportfolios und die Registrierung der wesentlichen Marken im TMCH. Dabei empfiehlt sich auch die Hinzuziehung von Experten, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt und den Prozess der Einführung neuer TLDs eng verfolgt und begleitet haben.